30.9.2026 (ca)
Die zunehmende Wasserknappheit des Lechs bedroht den Trainings- und Wettkampfbetrieb am historischen Augsburger Eiskanal (UNESCO-Welterbe). Da die traditionsreiche Wildwasserstrecke bei Niedrigwasser unter einem Pegel von 50 Kubikmetern pro Sekunde im Fluss nicht mehr ausreichend geflutet werden kann, stand der Standort wiederholt vor logistischen Problemen (vgl. dazu nochmals zuletzt unsere Newsmeldung „Eiskanal: Schleusen anstatt Pumpen“ vom 22.11.2025). Dies gefährdet auch die strategische Rolle Augsburgs im Rahmen einer neuerlichen Olympia-Bewerbung, bei welcher erst vor kurzem die Landeshauptstadt München und damit auch Augsburg als Austragungsstätte für die Kanuslalom-Wettbewerbe nominiert wurde. Die letztliche Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees für die Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 steht indes noch lange aus. Dazu gibt es optimistische, aber auch einschränkende Stimmen. Hierüber berichtete die Augsburger Allgemeine Zeitung vor kurzem in zwei Beiträgen (28.9.2026, Ausgabe-Nr. 223, S. 23 und S. 30).
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Im Beitrag „Freude über Olympia-Entscheidung für München“ kann man folgendes erfahren: „[…] Die Stadt Augsburg begrüßt die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), mit dem Münchner Konzept in das internationale Auswahlverfahren für Olympische und Paralympische Spiele einzutreten. Für Augsburg als traditionsreichen Sportstandort mit dem Olympiapark am Eiskanal und der WWK-Arena eröffne die Entscheidung die Chance, erneut Teil eines olympischen Kapitels in Deutschland zu werden. Oberbürgermeister Dr. Florian Freund erklärt in einer Pressemitteilung: „Die Entscheidung des DOSB ist eine hervorragende Nachricht für Bayern, für unsere Region und für Augsburg.“ Mit dem Eiskanal und der WWK-Arena bringe man zwei international anerkannte Standorte ein, die weit über den Sport hinaus wirken. „Für unsere Wirtschaft, für Investitionen, für moderne Infrastruktur und für die internationale Sichtbarkeit unserer Stadt“. Das Event wäre laut Freund ein enormer Impuls für die Zukunft Augsburgs. „Deshalb werde ich diesen Prozess persönlich und mit voller Kraft begleiten.“ […] Unabhängig vom weiteren Verlauf der Bewerbung treibe die Stadt Augsburg die Zukunftssicherung des Olympiaparks am Eiskanal voran. Ziel ist es, die Anlage auch bei Niedrigwasser langfristig für Training und Wettkämpfe mit ausreichend Wasser versorgen zu können. […] Auch Hannes Aigner, ehemaliger Olympia-Gewinner im Kanuslalom und Stadtrat, sieht die Entscheidung als Gewinn. […]“ Den gesamten Beitrag online lesen unter:
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/augsburg-muenchen-olympia-entscheidung-wwk-arena-eiskanal-115369009
Im Beitrag „Olympiabegeisterung ja, aber...“ werden Augsburgs Möglichkeiten realistischer betrachtet: „[…] Es war ein emotionaler Moment für Pleitner, als München mit der Außenstelle Augsburg mit ihren Sportstätten Eiskanal und WWK-Arena den Zuschlag bekam. „Wir hatten alle etwas Bauchgrummeln zuvor, uns dann aber wahnsinnig gefreut. Zumal der Abstand zum Konkurrenten Köln doch deutlich war.“ Pleitner ist seit 2011 Präsident des TSV Schwaben Augsburg. Dort sind die Kanu Schwaben beheimatet, die zusammen mit dem Augsburger Kajak-Verein seit Jahrzehnten den Kanuslalom in Deutschland mitprägen. […] Die Tragweite der Entscheidung sei enorm: „Es bedeutet die Sicherung der Sportstätte Eiskanal. Wenn die Wahl anders ausgegangen wäre, hätte ich für den Eiskanal schwarzgesehen. Dann wäre das Geld alles in den Standort Markkleeberg geflossen. Dann hätte ich uns in Augsburg noch fünf Jahre gegeben.“ Sogar der internationale Status stand auf der Kippe: „Ich weiß nicht, ob wir als Kanu Schwaben dann nächstes Jahr noch den Weltcup ausgerichtet hätten.“ Jetzt ist die Nominierung für ihn aber der Startschuss, um den Kanu-Standort Augsburg international noch wettbewerbsfähiger zu machen. Dafür müsse vor allem die fundamentale Wasserproblematik gelöst werden. Die extreme Trockenheit in diesem Sommer wirkt wie ein Vergrößerungsglas auf die Situation. Seit Wochen ist die Wettkampfstrecke leer, da der Lech zu wenig Wasser führt. Der Stadtrat hat im November 2025 eine Lösung zum Wassermanagement beschlossen. Am Zufluss zum Eiskanal sollen zwei Schleusen errichtet werden. Kosten: rund 3,5 Millionen Euro. Pleitner drängt auf eine schnelle Umsetzung: „Wir müssen, unabhängig davon, ob München 2029 wirklich den Zuschlag bekommt, alles unwiderruflich anstoßen, dass der Standort erhalten wird.“ In drei Jahren will das International Olympische Komitee über die Vergabe der Sommerspiele 2036 entscheiden. Über allem schwebt allerdings die Frage, ob der Kanuslalom 2036 und darüber hinaus überhaupt eine olympische Disziplin bleibt. Pleitner setzt auf Thomas Konietzko, den deutschen Präsidenten des Internationalen Kanu-Verbands (ICF): „Wir haben da einen guten Fürsprecher, auch für Augsburg. Aber sicher können wir uns nicht sein.“ […]“ Den gesamten Beitrag online lesen unter:
https://www.augsburger-allgemeine.de/sport/olympia-augsburg-sportfunktionaer-pleitner-fordert-tempo-fuer-eiskanal-und-sportstaetten-115376750
Ebenfalls sehr einschränkend erscheint die prekäre Haushaltslage der Stadt Augsburg (s. dazu nochmals unsere untenstehende Newsmeldung vom 28.9.2026), denn sicherlich wird es eine hohe finanzielle Eigenbeteiligung für die kostspieligen Schleusenlösungen geben. Abgesehen davon ist ein zentraler Treiber der Wasserknappheit neben dem Klimawandel auch die vorrangige Nutzung des Lechs zur Stromerzeugung durch Energiekonzerne wie Uniper. Und ganz zentral und prioritär ist der erforderliche Natur- und Artenschutz am Lech, verbunden mit der anstehenden Projektierung Licca liber!