18.9.2026 (ca)
Unter dieser Überschrift zieht die Augsburger Allgemeine Zeitung Bilanz für den Stadtwald im Hitzesommer 2026 und lässt dabei die Experten zu Wort kommen (17.9.2026, Ausgabe-Nr. 214, S. 32):
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„[…] Der Sommer in Augsburg war – ähnlich wie in anderen Regionen in Bayern – deutlich zu trocken. Laut Daten des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) hat es in den vergangenen 90 Tagen in Augsburg nur rund 160 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gegeben. Zum Vergleich: Der langjährige Mittelwert für denselben Zeitraum liegt bei gut 272 Litern. Damit unterbot der bisherige Sommer sogar den „Jahrhundertsommer“ von 2003 – das Jahr gilt bislang als das trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Augsburg. Dass es Schwankungen beim Niederschlag zwischen den Jahren gibt, ist nicht ungewöhnlich. Im vergangenen Winterhalbjahr hat es aber ebenfalls deutlich zu wenig geregnet. Experten verweisen zudem darauf, dass Trockenphasen länger ausfallen als in früheren Jahrzehnten und die rissig gewordenen Böden Niederschlag schlechter aufnehmen können. Von den Folgen der Trockenheit sind zuvorderst die Gewässer betroffen. Lech und Wertach führen seit Monaten deutlich zu wenig Wasser. Mehrfach erreichten beide Flüsse neue Niedrigwerte. Zwischenzeitlich standen deshalb – und weil die Wassertemperaturen regelmäßig über 25 Grad Celsius lagen – auch Fischbergungen im Raum. Dieses Horrorszenario blieb aus. Doch auch das Grundwasser ist in erheblichem Maße betroffen. Für die oberen Stockwerke der Messstellen in Lechhausen gibt der LfU-Niedrigwasserinformationsdienst teils seit Mitte August regelmäßig neue Niedrigstwerte an. In den tieferen Stockwerken an der Messstelle Göggingen ist man laut Wasserwirtschaftsamt Donauwörth nur noch vier Zentimeter von einem historischen Niedrigwert entfernt. […] Naturforscher Pfeuffer beobachtet die Austrocknung des Stadtwalds mit Bestürzung. Ein „verwundetes System“ sei der Stadtwald bereits seit rund 100 Jahren. Damals wurde der Wildfluss Lech verbaut und begradigt. Als eine Folge sank damals der Grundwasserspiegel erheblich – die auf Feuchtigkeit angewiesenen artenreichen Lechheiden eine Katastrophe. Nun kommen die Folgen des Klimawandels hinzu. Diese sind auf der Siebenbrunner Quellflur gut zu sehen. Pfeuffer kniet in einem ausgetrockneten Bachbett. Der dort (früher) verlaufende Gießer wird aus Grundwasser gespeist. „In diesem Sommer ist er nahezu komplett trockengefallen“, sagt Pfeuffer. Die Folgen: Bestimmte Tier- und Pflanzenarten sind stark dezimiert oder gänzlich verschwunden. Der Grasfrosch geht im Stadtwald massiv zurück. Auch feuchtigkeitsliebende Pflanzen hätten keine Überlebenschance, so Pfeuffer. Neben der Siebenbrunner Quellflur sind die ökologisch besonders wertvolle Königsbrunner Heide und die Schießplatzheide betroffen. Hier registrieren Experten seit Jahren einen Artenrückgang. Umweltreferent Frank Pintsch (CSU) sagt, die Böden im Stadtwald seien derzeit trocken bis sehr trocken. „Wir brauchen dringend Niederschläge, um die natürlichen Wasserspeicher im Oberboden und auch die der tieferen Schichten wieder zu füllen“. Dennoch beurteilt Pintsch die Lage weniger dramatisch als Pfeuffer. Die Bäche im Stadtwald seien aktuell vergleichsweise gut gefüllt, durch die gut gefüllten Bodenwasservorräte im Frühjahr sei die Trockenheit in den städtischen Wäldern dieses Jahr „noch glimpflich verlaufen“. Naturforscher Pfeuffer beobachtet hingegen ein „langsames Sterben“ im Stadtwald. Letztlich bleibe ein Gefühl von Ohnmacht. Der Klimawandel ist von Augsburg aus nicht aufzuhalten. Pfeuffer fordert mit anderen Naturschützern, dass zumindest die Energieerzeuger mehr Wasser aus dem Lech für den Stadtwald abgeben. „Das würde zwar das verwundete System nicht heilen, aber zumindest kleine Refugien schaffen, wo doch einige Arten überleben könnten“, so Pfeuffer. Dem Vernehmen nach sind die Energieerzeuger bei den geringen Wasserständen aber selbst darauf bedacht, die abzugebende Menge gering zu halten.“
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Bild: Trockengefallener Lech (Fkm 50,4) © Dr. Eberhard Pfeuffer