2.9.2026 (ca)
Eine Blaupause bzw. zeitliche Perspektive für „Licca Liber“? – Gestern berichtete die Augsburger Allgemeine Zeitung unter oben genannter Überschrift (1.9.2026, Ausgabe-Nr. 200, S. 26) über die weiteren Renaturierungsmaßnahmen an der Wertach, dem zweite Alpenfluss der Stadt Augsburg. Hier erfährt man:
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„Seit Jahren sollen die Arbeiten für Wertach Vital weitergehen, jetzt laufen erste Vorbereitungen. […] Es sind nur kleine Vorarbeiten, aber sie sorgen bereits für gehörigen Wirbel: In Göggingen am Luftbad haben die Arbeiten für den nächsten Abschnitt von Wertach Vital begonnen. Ziel ist vor allem eine Verbesserung des Hochwasserschutzes. […] Seit Jahren warten die Gögginger darauf, dass es bei Wertach Vital weitergeht. Nicht, weil sie sich so auf die Hochwasserschutzmaßnahmen freuen, sondern weil durch die Planungen andere Projekte auf Eis liegen. […] Wie es jetzt weitergeht, erklärt die Chefin des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth, Gudrun Seidl. Genau genommen gehört das Luftbad zum vierten Abschnitt des Projekts Wertach Vital II. Dieser erstreckt sich vom Ackermann-Wehr bis zur B17-Brücke. Offiziell begonnen haben die Arbeiten im März. Damals wurde für die Kleingartenanlage „Am Wertachdamm“ eine Wasserleitung neu verlegt und die alte zurückgebaut. Bis die eigentlichen Bauarbeiten beginnen, dauert es allerdings noch. Im Herbst sollen zunächst Gehölze entfernt und das Gelände auf Kampfmittel untersucht werden. „Der eigentliche Baubeginn wird 2027 sein“, sagt Seidel. Die Baumaßnahme wird in zwei Bereiche für das Ost- und das Westufer aufgeteilt. Ein genauer Zeitplan soll nach einem Gespräch mit dem städtischen Bauausschuss und dem neu zusammengesetzten Stadtrat bekannt gegeben werden. Zwischen Ackermann-Wehr und B 17 liegen die Hochwasserschutzdeiche derzeit unmittelbar an der Wertach. Künftig werden sie an den Rand der angrenzenden Wälder verlegt. Gleichzeitig bekommt der Fluss mehr Platz: Statt derzeit rund 30 Meter soll die Wertach stellenweise bis zu 100 Meter breit werden. Dadurch soll sie sich wieder stärker eigendynamisch entwickeln können. Der Auwald wird als sogenannte Sekundäraue wieder an das Hochwassergeschehen angebunden. Am Luftbad werden die Veränderungen besonders sichtbar sein. Im Bereich des Freibads, der Kleingartenanlage der Hessing-Stiftung und des Firmengeländes von Amann wird die Deichlinie vom Fabrikkanal weg an den Waldrand verlegt. Die vorhandenen Deiche entsprechen laut Wasserwirtschaftsamt nicht mehr dem Stand der Technik und müssen voraussichtlich grundlegend neu aufgebaut werden. Ergebnissen einer Untersuchung des Baugrunds sollen im Oktober vorliegen. Auch die Wege verändern sich. Entlang der neuen Hochwasserschutzlinie entsteht ein befestigter Deichverteidigungsweg. Im Wald werden zudem neue Uferwege angelegt, weil bisherige Wege durch die Aufweitung der Wertach teilweise wegfallen. […] Für die weggefallenen städtischen Kleingärten soll es nach dem für 2030 vorgesehenen Ende der Arbeiten Ersatz geben. Die Planfeststellung liegt bereits seit mehreren Jahren vor. Dass dennoch so lange nichts geschah, hat auch mit dem Geld zu tun. „Bayernweit werden fortlaufend Haushaltsmittel priorisiert“, erklärt Seidel. Grundsätzliche Änderungen an den Planungen habe es bislang nicht gegeben. […]“.
Bild: Infotafel „Wertach Vital im Luftbad Göggingen“ (Quelle: Neitram, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons)