27.8.2026 (ca)
Vor geraumer Zeit hatten wir über die geplante Wiederaufforstung im Stadtwald Augsburg berichtet (vgl. nochmals unsere Aktuelle Meldung „Im Stadtwald sollen Tausende junge Bäume aus Füssen gepflanzt werden“ vom 30.3.2026). Nun berichtet die Augsburger Allgemeine (26.8.2026, Ausgabe-Nr. 195, Augsburg-Land S. 39) unter obiger Überschrift von den bald beginnenden Maßnahmen und Herausforderungen:
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„[…] Das massive Baumsterben im lichten Kiefernwald wurde durch den schweren Hagelsturm vom 26. August 2023 ausgelöst. Von allein werde sich dieser Wald nicht mehr erholen, sagen die Fachleute im Augsburger Forstamt. Sie wollen ihn für kommende Generationen erhalten. Ein komplexes Unterfangen. Der „lichte Schneeheide-Kiefernwald“ steht auf kargen Böden, die über Jahrtausende hinweg regelmäßig vom Lech überflutet wurden und deshalb mit Kies durchsetzt sind. „Auf solchen Rohboden-Standorten gibt es ganz besondere Pflanzen-Gesellschaften“, erläutert Jürgen Kircher, Leiter des Forstamts. Prägend sind Kiefern, die in lichten Abständen wachsen. An deren Wurzeln hält sich die Schneeheide, eigentlich eine alpine Pflanze, die allenfalls im März durch lila Blüten auffällt. Dieser Wald-Typus mache gerade noch ein Prozent der Wälder in Bayern aus, so Kircher. „80 Prozent davon sind hier im Haunstetter Wald“, also auch direkt östlich von Königsbrunn. Sie sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. „Als öffentlicher Waldbesitzer haben wir eine besondere Verantwortung, diese einzigartige Fläche zu erhalten.“ Doch dafür gibt es kein bewährtes Rezept. Also entschieden sich Kircher und seine Mitarbeiter, zu experimentieren. An einigen Stellen im Haunstetter Wald ließen sie Kies aufschütten, um erneut sogenannten Rohboden zu schaffen, also die Folgen der früheren Hochwasser des Lech zu simulieren. Sie wollen sehen, was die Natur auf solchen „Brennen“ von allein bewerkstelligen kann. Gleichzeitig soll der abgestorbene Kiefernwald aufgeforstet werden: Zu 40 Prozent mit Kiefern, zu 60 Prozent mit Bäumen, die besser mit Hitze und Trockenheit klarkommen, wie Eiche, Mehlbeere, Wacholder. Auf eine natürliche Verjüngung der Kiefern können sie nicht setzen. Revierförster Christian Ripperger sagt: „Die war schon in früheren Jahren durch das hohe Gras zwischen den Bäumen sehr schwierig.“ Zudem hatte der Hagel fast alle Kiefernzapfen und ihre Samen zerstört. Um Samen aus einem vergleichbaren Waldgebiet – man fand es bei Schwangau – für die Wiederaufforstung nutzen zu können, war eine Ausnahmegenehmigung nötig. Diese Samen gingen zur Nachzucht an eine Baumschule auf der Schwäbischen Alb. Heuer im Spätherbst sollen die ersten Schösslinge gepflanzt werden. Damit diese Arbeiten sicher ausgeführt werden können, muss zuerst ein Teil der abgestorbenen Kiefern entfernt werden. Dabei werden große Forstvollernter, sogenannte „Harvester“, eingesetzt. Bei Königsbrunn kommt eine weitere Hürde hinzu – das Beweidungsprojekt. Die Przewalski-Wildpferde würden die Waldarbeiter stören und später auch die jungen Bäume fressen. Wie hier eine Lösung aussehen könnte, dazu tüftelt gerade der Landschaftspflegeverband. „Eine Alternative wäre, die Beweidung ganz aufzugeben“, so dessen Geschäftsführer Nicolas Liebig, „aber das wollen wir nicht“. Die Beweidung sei wichtig, um eine Verbuschung des Waldes zu verhindern. Eine Lösung könnte sein, die Hasenheide beim Wasserhausweg wieder das ganz Jahr über für die Wildpferde zu nutzen und ihnen nur noch einen kleinen Abschnitt im Wald zu lassen. Die im Sommer offenen Fußwege über die Hasenheide würden dann gesperrt werden. […]“-
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https://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/baeume-brauchen-hilfe-komplexe-rettungsaktion-fuer-den-kiefernwald-bei-koenigsbrunn-das-ist-geplant-1-115035207
Bild: Siechender Kiefernwald nördlich der Kuhheide Ende 2023 © Dr. Eberhard Pfeuffer