17.4.2026 (ca)
Der Kulturgeograph, -historiker, -publizist sowie Natur- und Umweltschützer Professor Dr. Werner Bätzing ist mit unseren Allianzen-Mitgliedern Freundeskreis NUK-Team Augsburg und Deutscher Alpenverein (DAV) sehr verbunden. Erst vor kurzem stellte er zusammen mit Co-Autoren*innen und anderen Experten*innen bei einem Festakt in Bad Hindelang die neue Publikation „Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang – Immaterielles Kulturerbe in Deutschland“ vor (vgl. dazu nochmal unsere untenstehende Aktuelle Meldung vom 16.3.2026). Und nun gibt es von ihm, der als der bedeutendste Alpenforscher in Europa gilt und demgemäß unter dem Titel „Alpenpapst“ berühmt ist, eine weitere Neupublikation, und dies auf Basis seines bereits sehr bekannten Buches, nämlich „Die Alpen“! Dieses Standardwerk erschien erstmals im Jahr 1984 und wurde mit dem DAV-Literaturpreis ausgezeichnet.
mehr ...
Werner Bätzing beschreibt die Intention zur Neuausgabe wie folgt: „Die erste Auflage dieses Buches erschien im Jahr 1984 (Sendler-Verlag, italienische Ausgabe 1987), die zweite Auflage 1991 (ab jetzt im Verlag C.H.Beck), die dritte Auflage 2003 (italienische sowie französische Ausgabe 2005), die vierte Auflage 2015, und die fünfte Auflage 2026 enthält nun die Ergebnisse meiner inzwischen fast 50-jährigen Beschäftigung mit den Alpen. Die neue Auflage ist notwendig geworden, weil sich in den Alpen eine Menge verändert hat (aktualisierte demographische Entwicklung, Verbreitung von E-Bikes, Klimaerwärmung, neue wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen) und weil inzwischen neue Forschungsergebnisse einen verbesserten Blick auf bestimmte Sachverhalte und Einzelentwicklungen ermöglichen. Auch wenn ich die Gliederung von 2015 weitgehend beibehalten und meine Hauptaussagen nur wenig modifiziert habe, so habe ich mein Alpen-Buch doch wieder so stark verändert, dass es sich de facto um ein neues Buch handelt.“
Zum Inhalt: Ist die Zerstörung der Alpen als menschlicher Lebens- und Wirtschaftsraum überhaupt noch aufzuhalten? Degenerieren sie zu einem Erlebnispark, zu Transiträumen mit Städtebändern oder zu einer Entsiedlungsregion? Und sorgt die Klimaerwärmung dafür, dass die Alpen unbewohnbar werden? Bätzing schildert in seiner Neuausgabe, wie die Alpen als Lebens- und Wirtschaftsraum und als Kulturlandschaft entstanden sind, wie sie ab 1880 durch Tourismus, Industrie, Wasserkraft, Verstädterung, Verkehr und den Zusammenbruch aller traditionellen Lebens- und Wirtschaftsformen vollständig verändert werden und wie ihre Zukunft bis zum Jahr 2050 aussehen könnte. Die zentrale Fragestellung dabei ist, ob und wie die traditionellen Naturerfahrungen im Alpenraum – Naturveränderungen ohne Umweltzerstörung – gegenüber den Zerstörungen durch das moderne Wirtschaften und Leben so aufgewertet werden können, dass die Alpen eine lebenswerte Zukunft erhalten. Zahlreiche Fotos und Karten veranschaulichen die Argumente des Autors und machen die Lektüre zu einem Erlebnis.
Die Daten zur Neuausgabe: Werner Bätzing, „Die Alpen – Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft“, 5. völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage 2026, 502 Seiten, mit 17 Tabellen, 30 Karten und 155 farbigen Abb., Hardcover, ISBN 978-3-406-84395-2, Verlag C.H.Beck, Preis 39,90 €. Weitere Informationen und Leseprobe unter:
https://www.chbeck.de/39979463
Wer noch mehr und vor allem unmittelbare Informationen möchte, dem sei der Besuch des Alpinen Museums des Deutschen Alpenvereins in München empfohlen! Am kommenden Donnerstagabend, 23. April 2026, präsentiert dort Werner Bätzing die Neuausgabe seines Alpen-Buches. Im Gespräch mit Tina Gauß (DAV) stellt der Kulturgeograf die Veränderungen der Alpen in den letzten zehn Jahren ins Zentrum. Er schaut auf Klimaerwärmung, Demografie, Tourismus, Energiewirtschaft sowie die neue Stellung der Alpen in Europa und zeigt, was das für „Die Alpen“ bedeutet. Dabei musikalische Begleitung von Sepp Kloiber und Martin Regnat. Nähere Informationen unter:
https://www.alpenverein.de/museum/programm/veranstaltungen/ buchpraesentation_baetzing