Wo wir stehen
Nach dem kompromisslosen Totalausbau ist der Lech als Staustufenkette heute überwiegend ein Hybridgewässer, nicht Fluss, nicht See. Mit 20 Staustufen zwischen Füssen und Augsburg und 4 Staustufen nördlich von Augsburg sowie einer Reihe von Wehren ist der Lech der am dichtesten verbaute Fluss Bayerns. In den Staustufen versanken wertvollste Lebensräume, nahezu sämtliche Wildflussstrecken mit ihren Kies- und Sandbänken sowie Auwälder und Heideflächen bis auf wenige Reste. Selbst wenn man die Staustufen in ihrer Dichte und Größe als historisches Faktum anerkennen muss, bleiben erhebliche von den Kraftwerksbetreibern zu verantwortende Mängel. So gibt es bis heute allein an den 20 Staustufen der E.ON-Wasserkraft-GmBH lediglich ein Umgehungsgerinne. Alle älteren Staustufen weisen bezüglich Ufergestaltung und Stauwurzelbereich den ökologischen Null-Standard der Bauzeit auf. Ufergestaltungen neuerer Staustufen büßen ihre ökologische Funktion durch den Schwellbetrieb weitgehend ein (In der Staustufe 23 schwankt der Staupegel bis zu einem ¾ Meter). Die Liste von Pflanzen und Tieren, die nach der Verbauung des Lechs ausgestorben sind, ist erschreckend. Zwischen Füssen und Augsburg brütet heute am Lech kein Kiesbankbrüter mehr. Von den einstigen Schwärmen wandernder Fische sind – wenn überhaupt – nur noch wenige und überalterte Restpopulationen vorhanden. Erloschen sind zusammen mit vielen weiteren Pflanzenarten sämtliche Bestände der Deutschen Tamariske, die meisten Amphibien- und Reptilienpopulationen und ebenso der größte Teil wildflusstypischer Insektenarten.
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| Bild 1: Sohlschwelle im Stadtwald |
Bild 2: Lech nördlich Gersthofen |
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| Bild 3: Sohlschwelle im Stadtwald | Bild 4: Lech nördlich Gersthofen |
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Unabhängige Experten sind sich einig, dass der Bau neuer Kraftwerke mit der Zielsetzung der Schutzausweisung nicht zu vereinbaren ist. In Übereinstimmung mit diesen Experten fordert die Lechallianz eine ökologisch ausgerichtete Flusssanierung, ohne die der Fortbestand wesentlicher Bereiche des Schutzgebietes und das Überleben letzter wildflusstypischer Arten wie des Huchens nicht gegeben ist. Dem Land Bayern kommt bei dem hohen Wert des Schutzgebietes eine besondere Verantwortung zu. Deshalb fordert die Lechallianz die bayerische Staatsregierung auf, den Bau neuer Kraftwerke im Sinne des Gemeinwohls abzulehnen und eine Flussvitalisierung zeitnah umzusetzen. Siehe dazu auch: Brief der Lechallianz an Herrn Staatsminister Dr. Söder |
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| Bild 5: Kraftwerk Feldheim | Bild 6: Lech im Stadtwald |
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Bildautoren Johannes Buhl Nr. 1/3 |
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