Leitarten der Lechaue im Raum Augsburg
Frei fließende Flüsse und ihre Auen haben eine spezialisierte und an die hohe, von der Kraft des Wassers geprägte Dynamik angepasste Tier- und Pflanzenwelt. Manche von ihnen stellen „Leitarten“ dar, also Arten, die stellvertretend für andere als besonders typisch für diesen Lebensraum anzusehen sind. Viele von Ihnen sind auf der Roten Liste der gefährdeten Arten verzeichnet, da ihr Lebensraum und in der Folge ihre Bestände sehr stark zurück gegangen sind.
Fische
Für die Unterwasserwelt des Wildflusses sind z. B. die auf Kiesbänke als Laichplätze angewiesenen Fischarten typische Leitarten: Huchen, Steingressling, Mühlkoppe (Groppe) oder Äsche – der Huchen ist vom Aussterben bedroht, der Steingressling war in Bayern verschollen und wurde im vergangenen Jahr in der Ausleitungsstrecke des Lechs nördlich von Augsburg von Mitarbeitern des Landesamtes für Umwelt erstmals seit Jahren in Bayern wiederentdeckt.
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| Bild 1: Huchen | Bild 2:Steingressling |
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| Bild 3: Mühlkoppe | Bild 4:Äsche |
Vögel
So wie die Kieslaicher unter den Fischen auf Kies eine ständige Zufuhr von Kies angewiesen sind, sind es der Flussregenpfeifer und der Flussuferläufer über dem Wasser – sie sind charakteristische Brutvögel für die fast vegetationsfreien, kargen Kiesinseln und –ufer und teilen sich diesen extremen Lebensraum mit einer Reihe von spezialisierten Insektenarten (z. B. Laufkäfer wie der Rotköpfige Dammläufer) oder Pflanzen wie die Zwerg-Glockenblume, deren Samen mit dem Fluss vom Gebirge bis weit ins Vorland verbreitet wurden (sog. Alpenschwemmlinge).
Gänsesäger und Schellente sind auf ein intaktes Flussökosystem angewiesen: sie brüten u. a. in hohlen Bäumen oder Schwarzspechthöhlen in der Aue und benötigen ein reichhaltiges Nahrungsangebot an Fischen (Gänsesäger) sowie Wasserinsekten und Muscheln (Schellente).
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| Bild 5:Flußregenpfeifer | Bild 6:Flußuferläufer |
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| Bild 7:Gänsesäger | Bild 8:Schellente |
Pflanzen
Kiesbänke, die bereits seit längerer Zeit vom Flusslauf mit seinen Hochwasserereignissen abgetrennt sind, reichern Feinerde an und entwickeln sich zu blumenreichen Heidelandschaften. Die Königsbrunner Heide oder die Schießplatzheide im Stadtwald Augsburg mit ihren Orchideen, Enzianen und anderen Seltenheiten sind Beispiele dafür.
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| Bild 9:Zwergglockenblume | Bild 10:Hummelragwurz |
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| Bild 11: Kies Steinbrech |
Bild 12:Klebriger Lein |
Insekten
Unter den Tieren sind beispielsweise der Idas-Bläuling, der extrem trockene Heiden besiedelt, sowie der Warzenbeißer typische Leitarten für die Lechaue.
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| Bild 13:Warzenbeißer | Bild 14:Idasbläuling |
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| Bild 15:Rotköpfiger Dammläufer |
Bild 16:Grüne Keiljungfer |
Ausgestorbene Arten dieses Lebensraumes
Die Verbauung des Lechs hat hinsichtlich der Artenvielfalt bereits deutliche Spuren hinterlassen. Eine ganze Reihe von Tier- und Pflanzenarten, für die der frühere Lech über Bayern hinaus bei den Naturforschern berühmt war, sind bereits ausgestorben. Unter den Vogelarten sind dies die Fluss- und die Lachseeschwalbe sowie der Triel, unter den Pflanzen z. B. die Deutsche Tamariske. Für die Heideschrecke und den Segelfalter wurden die Reste der Lechheiden zu klein und sie verschwanden in den 1990er Jahren aus dem Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg.
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| Bild 17:Heideschrecke | Bild 18:Segelfalter |
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Bild 19:Deutsche Tamariske |
Bild 20:Triel |
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| Bild 21:Fluss Seeschwalbe | Bild 22: Zwerg Rohrkolben |
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Bildautoren © Schuster Hubert Nr. 1 - 4
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